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Verantwortungsbewusstsein

Verantwortungsbewusstsein

Verantwortungsbewusstsein ist die subjektive Widerspiegelung von Verantwortung. Es äußert sich in der Einstellung zu Menschen, Dingen oder Vorhaben, die von der Verantwortung tragenden Person abhängig sind. Der verantwortungsbewußte Mensch ist sich dieser Abhängigkeit bewusst und fühlt sich verpflichtet, das Notwendige zu tun, um positives für den oder die abhängigen Menschen, Dinge oder Vorhaben zu bewirken bzw. Schaden von ihnen abzuwenden. Verantwortungsbewusstsein ist eine charakterliche Eigenschaft, die wesentlich moralisch bedingt ist. Sie setzt eine persönliche Identifikation mit sittlichen Wertforderungen, moralischen Prinzipien und politischen Grundsätzen voraus und tritt als Verpflichtung in Erscheinung. Sie ist eng verbunden mit Gewissenhaftigkeit, Gründlichkeit, Umsicht und Treue, im Gegensatz zu Gleichgültigkeit, Verantwortungslosigkeit und Indifferenz. Es ist ein wesentliches Ziel der Erziehung heranwachsender Menschen, das über Stufen der Eigenverantwortung in Form von Verpflichtungen für sich selbst bis zur Fremdverantwortung, d.h. der Verpflichtung für andere Personen, verläuft. Verantwortungsbewusstsein entwickelt und differenziert sich insbesondere im sozialen Handeln auf der Grundlage eigener Entscheidungen. Die emotionale Komponente des Verantwortungsbewusstseins ist Verantwortungsgefühl. Siehe auch: Verantwortungsethik Literatur
- Hans Jonas: Das Prinzip Verantwortung: Versuch einer Ethik für die technologische Zivilisation, Bibliothek Suhrkamp Bd.1005. 4. Aufl. 1998. 413 S. 18,5 cm. Gebunden. 416gr., ISBN 3-518-22005-5, KNO-NR: 03 67 00 91 Kategorie:Ethische Haltung

Verantwortung

Verantwortung ist die Folgen zu tragen für eigene oder fremde Handlungen. Eine Verantwortung zieht immer eine Verantwortlichkeit nach sich, d. h. dafür Sorge zu tragen, dass der Verantwortungsbereich einen möglichst guten Verlauf nimmt.

Wortherkunft

Der Begriff Verantwortung kam erst im Mittelhochdeutschen auf und wurde ursprünglich im Sinne von „beantworten“ verwendet.

Definitionen

Allgemein

Sie stellt das menschliche Handeln in kausale Zusammenhänge. Diese sind z. B. temporaler, sozialer oder religiöser Natur. Innerhalb eines Verantwortungsbereiches folgen aus dem Handeln Konsequenzen in Gestalt von Erfolg, Misserfolg, Glück oder Schuld. Verantwortung ist außerdem etwas Begleitendes (man spricht vom Verantwortungsgefühl), sowie etwas Vorauslaufendes. Wer sich mit einer Aufgabe betrauen lässt, übernimmt die Verantwortung. Verantwortung ist eine positiv bewertete Größe. Wer dagegen verantwortungslos handelt, schadet seiner Umgebung, Gemeinschaft, Umwelt oder Zukunft bzw. bringt diese sogar in Gefahr. Wer Verantwortung hat, sollte sich dessen aber auch bewusst sein, da andere Menschen davon positiv und negativ beeinflusst werden. Vor allem im Bereich der Umweltproblematik, aber auch von hier auf andere Themen ausstrahlend, ist die Verantwortung mit dem Konzept der Nachhaltigkeit eng verbunden. Die Frage ob ein Mensch überhaupt eine direkte Verantwortlichkeit für sein Handeln besitzt ist zudem auch mit dem Freien Willen, dem Determinismus und der Prädestination verknüpft.

Johannes Schwartländer

Nach Johannes Schwartländer hat die Verantwortung eine „dreistellige Beziehung“:
- Allein der Mensch trägt Verantwortung
- für sein Handeln, sowie übernommene Aufgaben und Pflichten („die Verantwortung übernehmen“, „Verantwortungsbereich“, die Verantwortung für jemanden oder etwas haben)
- vor einer Instanz, die Rechenschaft fordert (z. B. Eltern, Freunde, der „Öffentlichkeit“, der „Geschichte“, einem Gericht, dem autonomen Sittengesetz, Gott als höchstem Richter)

Inkorrekte Verwendungen in der Politik

Oft wird in den Politik von "Übernahme von Verantwortung" gesprochen, auch wenn keine Konsequenzen aus dem Handeln gezogen werden. So ist häufig davon die Rede, dass Menschen für ihre Taten die "Verantwortung übernehmen", obwohl sie sich nur zu ihren Taten bekennen. Beispiel: Fischer bei der Visa-Affäre [http://www.welt.de/data/2005/02/14/463582.html] (s. a. Bekennerschreiben) . Häufige Ungenauigkeiten, die mit Verantwortung übernehmen gleichgestellt werden:
- sich zu Fehlern bekennen
- Fehler/Schuld einräumen Im Kontext der Globalisierung spielt auch die Frage nach der allgemeinen Verantwortlichkeit eine Rolle, wobei eine Argumentation des entmündigenden Sachzwangs im Zuge der Globalisierung an Bedeutung gewann („es gibt keine Alternativen“). Oft wird daher auch von „Verantwortung“ gesprochen, um ein Streben nach Macht oder Machterhalt zu verschleiern bzw. eine nicht anders begründbare Entscheidung zu erzwingen und deren Alternativen gezielt zu verschleiern („Verantwortung vor unseren Kindern“).

Arten von Verantwortung

Juristische Verantwortungsarten

Juristisch wird Verantwortung als die Pflicht einer Person verstanden, für ihre Entscheidungen und Handlungen Rechenschaft abzulegen. Wird einer Person eine Aufgabe und die zugehörige Kompetenz zugewiesen, so muss sie diese ausführen und bei Fehlern für die Folgen einstehen. Es werden unterschieden:
- Handlungsverantwortung: Rechenschaftspflicht hinsichtlich der Art der Aufgabendurchführung
- Ergebnisverantwortung: Rechenschaftspflicht hinsichtlich der Zielerreichung
- Führungsverantwortung: Rechenschaftspflicht hinsichtlich der wahrgenommenen Führungsaufgaben

Politische Verantwortungsarten

In der Politik sind zwei Verantwortungsarten anzutreffen – die Mitverantwortung und die Selbstverantwortung:
- Mitverantwortung ist die politische Interpretation des Begriffs Verantwortung für gesellschaftlich gelenkte Hilfeleistung und Verbesserungsprozesse, wie etwa die Mitverantwortung für die Umwelt, Mitverantwortung für die Schwächeren, Mitverantwortung für die Kranken usw. Diese Mitverantwortung kann von den Bürgern und vom Staat wahrgenommen werden. Die Mitverantwortung wird traditionell von linken Parteien betont.
- Selbstverantwortung ist die politische Interpretation des Begriffs Verantwortung im Sinne von sich selbst überlassen. Traditionell wird diese Verantwortungsart von den neoliberalen Vertretern betont. Die beiden Arten, die Mitverantwortung und die Selbstverantwortung, unterscheiden sich im Verantwortungsbereich und definieren damit die staatlichen Aufgaben. Während in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg unausgesprochen durch alle Schichten der Gesellschaft die Mitverantwortung ausgeprägt war, wird diese in den letzten Jahren durch die Betonung der Selbstverantwortung immer mehr verdrängt. Weder Mitverantwortung noch Selbstverantwortung ist eine höherwertige Verantwortungsart, sondern beides ist oft in Kombination erforderlich.

Siehe auch


- Ethik
- Verliererspiel

Literatur


- Greiff, Bodo: Besichtigung eines Begriffs: „Verantwortung in der Wissenschaft“, in: Leviathan, 2/1998, S. 228-242.
- Hans Jonas: Das Prinzip Verantwortung. Versuch einer Ethik für die technologische Zivilisation. Frankfurt/M., 1979, Neuauflage als Suhrkamp Taschenbuch, 1984. 425 S.
- Hans Lenk, Matthias Maring: Verantwortung. In: Historisches Wörterbuch der Philosophie. Darmstadt 2001, Bd. 11, Sp. 569-575.
- Micha H. Werner: [http://www.micha-h-werner.de/verantwortung.htm Verantwortung]. In: Düwell, Marcus / Hübenthal, Christoph / Werner, Micha H. (Hg.): Handbuch Ethik. Stuttgart: J. B. Metzler. ISBN 3-476-01749-4, S. 521-527.

Weblinks


- [http://www.hrb.at/de Haus der Verantwortung]
- [http://de.wikiquote.org/wiki/Verantwortung Zitatesammlung zu "Verantwortung"]
- [http://www.micha-h-werner.de/verantwortung.htm Handbuchbeitrag] Kategorie: Ethisches Prinzip ja:責任

Prinzip

Das Prinzip (Mehrzahl: Prinzipien; von lat.: principium) bezeichnet wörtlich einen Anfang oder Ursprung. Die Bedeutung des Ausdrucks „Prinzip“ ist je nach Kontext verschieden.
- Umgangssprachlich handelt es sich bei einem Prinzip um einen Grundsatz, eine feste Regel an die man sich hält. Beispiel: Er ist ein Mann mit Prinzipien und steht zu dem, was er sagt. Als Gegensatz spricht man in Situationen mit einem hohen Flexibilitätsbedarf jedoch auch von einem Prinzipienreiter.
- In Physik und Mathematik ist ein Prinzip ein Gesetz oder eine allgemeine Regel, die oft zunächst empirisch gefunden wurde. Beispiele sind das Archimedisches Prinzip, oder - in der Atomphysik - das Pauli-Prinzip. Siehe auch Liste der physikalischen Prinzipien
- In der Philosophie ist ein Prinzip das, worauf etwas beruht, wodurch es gehalten wird, der letzte Grund, der Urgrund, Ursprung, Ausgangspunkt alles Existierenden.
- In der Rechtswissenschaft bedeutet „Prinzip“ ähnlich einem Grundsatz eher eine Leitlinie, ein Ziel, das möglichst weitgehend verwirklicht werden soll. Es handelt sich gerade nicht um eine Regel. Regeln fordern im Unterschied zum Prinzip nicht nur Berücksichtigung, sondern strikte Beachtung. Insbesondere von Robert Alexy wird die umstrittene These vertreten, die Grundrechte seien als Prinzipien, nicht als Regeln zu verstehen. ja:原理 simple:Principle

Gewissenhaftigkeit

Als Gewissenhaftigkeit wird die persönliche Einstellung oder Haltung bezeichnet, in seinem Handeln genau, sorgfältig und zuverlässig zu sein. Bei ausgeprägter oder gar übertrieben erscheinender Ausformung dieser Haltung wird von Übergenauigkeit, Penibilität oder Pedanterie gesprochen, gelegentlich aber auch - vor allem in fachpsychologischen Zusammenhängen - von Zwanghaftigkeit; im Extremfall kann sie sogar als Zwang erlebt werden. Gewissenhaftigkeit kann eine bloße Gewohnheit sein oder auf Pflichtbewusstsein beruhen, das seinerseits in einer individuellen Mischung von Erfahrungen, Einsichten und Überzeugungen besteht. Auch die dabei maßgebende Gesichtspunkte können unterschiedlichster Art sein. Weiterhin können verschiedenste persönliche Festlegungen wie Grundsätze oder Prinzipien eine Rolle spielen, individuell aufgestellte oder von anderen übernommene Regeln, soziale Standards und allgemeine Wertvorstellungen, für allgemeingültig erklärte oder gehaltene Normen oder auch nur - wie Forderungen oder Verpflichtungen erlebte oder so aufgefasste - Erwartungen, denen man sich ausgesetzt erlebt oder glaubt ausgesetzt zu sein. Gewissenhaftigkeit führt im allgemeinen zur Gründlichkeit, erfordert Umsicht und fördert Besonnenheit. Gewissenhafte Menschen verhalten sich meist sozial angepasst und sind wegen ihrer Zuverlässigkeit zudem oft sozial sehr akzeptiert; sie sind für alle Berufe geeignet, bei denen es auf genau diese Stetigkeit und Verlässlichkeit in besonderem Maße ankommt. In der differentiellen Psychologie (s. Persönlichkeitstest) ist Gewissenhaftigkeit ein faktorenanalytisch ermitteltes Persönlichkeitsmerkmal. Kategorie:Tugend

Gründlichkeit

Die Gründlichkeit bezeichnet eine charakterliche Eigenschaft einer Persönlichkeit, die sich vor allem als vollständige bzw. erschöpfende Aufgabenerfüllung oder Arbeitsleistung erweist. Die Gründlichkeit steht im Gegensatz zur Oberflächlichkeit, Ungenauigkeit, Flüchtigkeit, Liederlichkeit und ist eng verbunden mit der Gewissenhaftigkeit, Umsicht und Besonnenheit. Die Gründlichkeit gilt in normaler Ausprägung als positive Charaktereigenschaft und auch als Leistungseigenschaft. Kategorie:Differentielle und Persönlichkeitspsychologie

Treue

Treue bezeichnet eine wesentlich emotional gefestigte Charaktereigenschaft, die Dauerhaftigkeit von gemeinschaftlichen Bindungen verschiedener Art gewährleistet, aber auch das auf dieser Eigenschaft basierende äußere Verhalten. Sozial wird sie üblicher Weise als wechselseitige Verpflichtung aufgefasst, als Schwur, Gelöbnis oder Versprechen. Sie setzt voraus, dass sie erwidert wird (Wickert, Das Buch der Tugenden, S. 621). Danach sind Voraussetzungen für Treue
- Gegenseitigkeit
- Vertrauen / Verbundenheit
- kritisches Überprüfen (Kontrolle) =Alternative Definitionen=

Definition nach Otto F. Bollnow

Otto Friedrich Bollnow definiert in seinem Buch Wesen und Wandel der Tugenden (S. 160) folgende vier Merkmale der Treue:
- Festlegung für die Zukunft: Treue beruht auf einer in der Vergangenheit eingegangenen Bindung, mit der sich ein Mensch für die Zukunft festlegt.
- Konkrete Beziehung zu einem anderen Menschen: Treue betrifft immer eine konkrete Beziehung, ein konkretes Verhältnis zum Anderen, also des Ich zum Du.
- Verhältnis, das den Menschen in seinem innersten Kern erfasst: Treue wurzelt immer im tiefsten Kern der menschlichen Persönlichkeit, sie setzt voraus, dass sich ein Mensch in seiner Ganzheit einzubringen bereit und in der Lage ist.
- Unbedingtheit und Unwandelbarkeit: Ihrem Wesen nach ist Treue "Ewige Treue", wobei sich hier das Problem einstellt, inwieweit der Mensch überhaupt in dieser Form über seine Zukunft verfügen kann. Eine Zukunft, die er oftmals selbst nicht vorhersagen kann und in deren Verlauf er Wandlungen unterworfen ist, auf die er nur bedingten Einfluss hat: innere Wahrhaftigkeit und äußere Treue können daher in Widerspruch geraten (s. Bollnow aaO, S. 161).

"Treu und Glauben" als Rechtsbegriff

In § 242 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) ist für Deutschland geregelt, dass der Schuldner verpflichtet ist, die Leistung so zu bewirken, wie Treu und Glauben mit Rücksicht auf die Verkehrssitte es erfordern. Zum Begriff von Treu und Glauben siehe dort. =Grenzen= In der Verbindung mit Standhaftigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Einsatzbereitschaft und Besonnenheit gilt Treue als eine hoch positive charakterliche Eigenschaft. In unkritischer, naiver bzw. erstarrter Form kann sie jedoch zu sozialer und seelischer Abhängigkeit, Fixiertheit, ungerechtfertigter Anhänglichkeit oder auch zu konservativen Haltungen führen. Zwiespältige oder gar fatale Folgen von Treue (z.B. zu Unwürdigen) sind literarisch ein beliebtes Thema (vgl. die "Nibelungentreue" in der Nibelungensage). Die Extremform einer bedingungslosen Treue mit möglicherweise auch verbrecherischen Konsequenzen ist im Wahlspruch der Waffen-SS erreicht ("Meine Ehre heißt Treue"). =Gegensatz: Verrat, Untreue= Der Gegensatz zur Treue ist Verrat, der schon darin liegen kann, "dass man einem Freund in der Not nicht beisteht oder dass man sich nicht zu ihm bekennt, sondern ihn verleugnet, wo man sich mit dem Bekenntnis zu ihm zu kompromittieren glaubt", man ihn also "fallenlässt". (Otto F. Bollnow, Wesen und Wandel der Tugenden, S. 159 f.). Treue bewährt sich damit immer erst in Not- bzw. Krisensituationen Einschlägiges Sprichwort: Freunde in der Not | gehn tausend auf ein Lot. Zum Treubruch siehe auch Untreue. =Auswirkungen= Die Treue hat im wesentlichen bewahrende, erhaltende und überdauernde Wirkung. Treue führt zu Vertrauenswürdigkeit und Vertrauen, Berechenbarkeit des Verhaltens in der Gegenwart sowie Hoffnung auf die Zukunft. Treue zu sich selbst ("Ich bleibe mir selbst treu.") setzt die Ausbildung eigener Identität, Integrität und Selbstachtung voraus. =Beispiele=
- soziale Bindungen als Partner-Treue (in z.B. Liebe, Ehe, Freundschaft)
- Treue zur Gruppe oder Gemeinschaft (z.B. zur Familie)
- Treue zwischen Patron und Klienten
- Bindungen von Jüngern an Heilande, Gurus, Meister (vgl. Charisma)
- Treue zu Orten oder Landschaften als Heimat-Treue
- Bindungen an Ideen und Grundsätze als Prinzipien-Treue
- Bindungen an Sitten, Überlieferungen und Gebräuche als Traditions-Treue =Literatur=

Deutsche Klassik

Friedrich Schiller


- "Die Bürgschaft: [http://gutenberg.spiegel.de/schiller/gedichte/buergsch.htm Friedrich Schiller, Die Bürgschaft]

Märchen

Madame Leprince de Beaumont, Die Schöne und das Tier

:Ein ehedem reicher Kaufmann, der all sein Hab und Gut verlor, wohnt mit seinen drei Töchtern in einem winzigen Häuschen. Eines Tages wird er zum Hafen gerufen: eines seiner verloren geglaubten Schiffe sei dort. Lisette und Ninette, die älteren Schwestern, wünschen sich Kleider, Schuhe und Juwelen. Die Schöne, die jüngste, bittet bescheiden um eine Rose vom Wegesrand. Aber die Rose, die der Vater bei einem Schloss tief im Wald pflückt, gehört dem hässlichen Tier. Es nimmt ihn gefangen und lässt ihn nur unter der Bedingung frei, dass eine seiner Töchter seinen Platz einnimmt. Die Schöne steht für ihren Vater ein. Obwohl sie von der Hässlichkeit des Tieres abgestoßen ist, erkennt sie doch dessen Gutherzigkeit und kann es schließlich durch ihre bedingungslose Liebe von seiner schrecklichen Gestalt erlösen. : Französisch: http://www.fh-augsburg.de/~harsch/gallica/Chronologie/18siecle/Leprince/lep_bell.html : Deutsch: [http://www.maerchenlexikon.de/etexte/425C/te425C-001.htm Die Schöne und das Tier]

[http://gutenberg.spiegel.de/grimm/maerchen/johannes.htm Gebrüder Grimm: lol]

Gedichte

Johann Wolfgang von Goethe

Frage nicht, durch welche Pforte
Du in Gottes Stadt gekommen,
Sondern bleib am stillen Orte,
Wo du einmal Platz genommen.
Schaue dann umher nach Weisen
Und nach Mächtigen, die befehlen;
Jene werden unterweisen,
Diese Tat und Kräfte stählen.
Wenn du nützlich und gelassen
so dem Staate treu geblieben,
Wisse! niemand wird dich hassen,
Und dich werden viele lieben.

Theodor Fontane, [http://gutenberg.spiegel.de/fontane/gedichte/douglas.htm Archibald Douglas]

Ludwig Heinrich Christoph Hölty

Üb immer Treu und Redlichkeit
Bis an dein kühles Grab
Und weiche keinen Finger breit
Von Gottes Wegen ab!
Dann suchen Enkel deine Gruft
Und weinen Tränen drauf,
Und Sommerblumen, voll von Duft,
Blühn aus den Tränen auf.

Johann Gottfried Herder

Liebe schwärmt auf allen Wegen,
Treue wohnt für sich allein;
Liebe kommt Euch rasch entgegen,
aufgesucht will Treue sein

Sonstige


- Stefan Zweig, in Sternstunden der Menschheit: Die Flucht zu Gott (Dialog zwischen Leo Tolstoj und revolutionären kommunistischen Jugendvertretern)
- In der zweiten Strophe des Deutschlandliedes rühmt Hoffmann von Fallersleben die Deutsche Treue.

Sekundärliteratur

Monographien


- Otto Friedrich Bollnow, Wesen und Wandel der Tugenden, S. 159 ff. (Die Treue)
- Albert Schweitzer, in Ehrfurcht vor dem Leben: Über die Treue
- Ruthard Stäblein (Herausgeber), Treue. Zwischen Vertrauen und Starrsinn. ISBN: 3891514018
- Ulrich Wickert, Das Buch der Tugenden, ISBN 3455110452, S. 619 ff. (Zuverlässigkeit und Treue)

Aufsätze in Zeitschriften


- Friedrich Graf von Westphalen, Die Grenzen des Wortgebrauchs, die Wahrhaftigkeit und das Recht, AnwBl. 2004, 665, 668 (über die eheliche Treue)

Zitate


- Auf Erden gibt's nicht bessern Fund als treues Herz und stillen Mund. Sprichwort
- Sicher ist nicht jede Liebe treu; aber jede Treue ist immer liebevoll. (André Comte-Sponville)

Siehe auch

Vertrauen, Versprechen
und als Einzelbeispiele einer auf Nichtmenschen projizierten "Treue"-Vorstellung: Argos (Hund) und Greyfriars Bobby Polyamorie als eine Fassung von Treue in Liebesbeziehungen, die nicht auf sexueller Ausschließlichkeit (Monogamie) basiert Kategorie:Tugend Kategorie:Wertvorstellung

Soziales Handeln

Der Begriff soziales Handeln meint in der Soziologie ein „Handeln“ (Tun oder Unterlassen), das für den Handelnden (den "Akteur") subjektiv mit Sinn verbunden ist, und es wurde für die Sozialwissenschaften maßgeblich in der Nachfolge von Max Weber geprägt. Sinn meint also den vom Akteur verstandenen Sinn, für außen Stehende muss die Handlung jedoch nicht unbedingt sinnvoll erscheinen. Aus dem Sinn lässt sich die Motivation zum Handeln erschließen. „Sozial“ ist dieses Handeln dann, wenn es seinem Sinn nach wechselseitig auf das Handeln anderer bezogen wird und sich in seinem Verlauf daran orientiert. Diese Anderen müssen nicht physisch anwesend sein. Wird das Handeln an abstrakten, allgemein verbindlichen Regeln (Normen, Gesetzen) ausgerichtet, also an einer bestehenden Ordnung und nicht an privaten Deutungen, spricht Weber von Gesellschaftshandeln. Eine Theorie vom "sozialen Handeln" muss wie jede Theorie des „Handelns“ eine (anthropologische, biosoziologische) Theorie des sozialen "Akteurs" axiomatisieren. Ältere Ansätze (so der von Ferdinand Tönnies) benutzen als Sinnstifter für das handelnde Subjekt das Konzept des Willens oder (so Jürgen Habermas) der Reflexion, die meisten jüngeren das Konzept der „Ratio“ (→ Theorie der rationalen Entscheidung (rational choice theory), etwa bei Hartmut Esser) oder die „Autopoiesis“ (so Niklas Luhmann). Siehe im Übrigen dazu den Artikel Handeln. Der Kontrastbegriff zum „sozialen Handeln“ ist in der Soziologie das „Sozialverhalten“. Dessen Ansatz umgeht die „Sinn“-Kategorie (bzw. ist sie ihm stets eine ideologische Aussage), so dass sich „Verhalten“ mit dem von Tieren, ja Pflanzen und Robotern vergleichen lässt und vor allem der Brückenschlag zur Soziobiologie wenig Mühe macht (weniger Mühe zu machen scheint).

Weblinks

[http://www.socioweb.de/seminar/handeln/verstehen/ Max Weber: " Soziales Handeln" mit Beispielen] !

Komponente

Eine Komponente (von lat. componere = zusammensetzen; Gerundiv: componendum = "Das Zusammenszusetzende") ist Teil eines Systems oder kann Teil eines Systems sein. Eine Komponente grenzt sich durch bestimmte kontextspezifische Kriterien vom Rest des Systems ab. Diese Kriterien beziehen sich auf den jeweiligen Kontext, in dem der Begriff "Komponente" verwendet wird. Bedeutungen von Komponenten:
- In der Graphentheorie sind Komponenten Teilgraphen eines nicht zusammenhängenden Graphen, die nicht miteinander (durch Kanten) verbunden sind, siehe: Zusammenhang von Graphen
- In der Mathematik die Einträge von Vektoren und Matrizen
- In der Informatik unabhängige Softwaremodule, die in anderen Softwaresystemen wiederverwendet werden können, siehe Komponente (Software) und Komponente (UML).
- bei Fahrrädern aufeinander abgestimmte Baugruppen - siehe Komponenten (Fahrrad)
- Im Maschinenbau aus verschiedenen Elementen bestehende Einheit die in einem übergeordneten System eine bestimmte Aufgabe übernimmt.

Verantwortungsethik

Die Verantwortungsethik zielt auf die Verantwortbarkeit der Folgen des Handelns bzw. der Ergebnisse ab. Im Gegensatz zur Gesinnungsethik stellt sie die tatsächlichen Ergebnisse der Handlung über das Motiv und die Absicht der Handlung. Beispiel: Ein reiner Verantwortungsethiker wird Spenden für Lebensmittellieferungen an Hungernde in Afrika wahrscheinlich ablehnen, wenn nicht gleichzeitig wirksame Maßnahmen ergriffen werden, um das dortige Bevölkerungswachstum zu hemmen, da sonst zu erwarten wäre, daß zukünftig pro Jahr mehr Menschen leiden und verhungern als dies jetzt der Fall ist. Auch wird der Verantwortungsethiker berücksichtigen, welche positive Wirkung man durch eine alternative Spendengelderverwendung hätte erzielen können. Bei begrenzten Ressourcen sind also verantwortungsethisch die Maßnahmen vorzuziehen, welche den größtmöglichen Erfolgs/Wirkungs-Koeffizienten haben, oder aber (abgeschwächte Form) die vorhandenen Ressourcen sind nach diesem Koeffizienten (und nicht gleichmäßig!) zu verteilen, letzteres u.a. aus folgendem Grund: Ein Problem für das Handeln entsprechend der Verantwortungsethik ist die oft mangelhafte Voraussagbarkeit bzw. Abschätzbarkeit der Folgen und Ergebnisse. Z.B. könnte bei obigem Beispiel passieren, dass der Papst oder eine Regierung den Widerstand gegen bestimmte Verhütungsmethoden nach einer gewissen Zeit aufgibt. Andererseits könnte eine Verringerung von Lebensmittelhilfslieferungen (oder bereits dessen Androhung) dazu führen, dass eine bestimmte Regierung schneller auf eine langfristig tragfähige Politik umschwenkt. Oder es könnte verantwortungsethisch sogar geboten sein, dass die Welt in einem nicht mehr regierbaren Staat oder unmenschlich regierten Staat interveniert. In der Vergangenheit passierte dies jedoch selten aus reiner Verantwortungsethik bzw. Menschenliebe. Ein weiteres Problem ist das Fehlen einer einheitlichen Hierarchie von Werten. Verantwortungsethiker unterschiedlicher Schulen bzw. philosophischer Richtungen bzw. Kulturen können also zu vollkommen unterschiedlichen Ergebnissen kommen, es sei denn sie einigen sich auf bestimmte Kriterien wie z.B. die Weiterentwicklung oder das Wohl der gesamten Menschheit (was auch erfordert, zu defininieren, wie diese(s) gemessen werden soll, und mit welcher (wissenschaftlicher) Methodik Prognosen gemacht werden sollen bzw. wie diese interpretiert werden sollen). Nach Max Weber ist es Aufgabe politisch Handelnder, eine Balance zwischen Verantwortungsethik und Gesinnungsethik zu finden.

Siehe auch

Moral, Verantwortung

Literatur

Max Weber, Politik als Beruf (1919) ISBN 315008833X

Weblinks

[http://www.textlog.de/2296.html Max Weber, Politik als Beruf - Gesinnungsethik vs. Verantwortungsethik] Kategorie:Ethische Theorie

Kategorie:Ethische Haltung

Kategorie:Ethik

Categorie:Genteneer

Categorie:Gent Categorie:Vlaams persoon naar plaats

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